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Sonntag, 31. März 2013

"Eiertröla"







"Eiertröla"
Ein fast vergessener Osterbrauch



In meiner Kindheit gab es bei die Tradition noch an einigen Orten, heute nur noch an ganz wenigen. Das Eiertrölen

Nach dem Ostergottesdienst ging man zu einer Wiese mit steilem Abhang etwas ausserhalb des Dorfes. Die Dorfjugend rollte dann ihr bemaltes Ei die Böschung hinunter. Ging das Ei eines Spielers in Brüche, schied dieser aus. Bis es nur noch einer war.
Das war der Sieger und der bewahrte sein starkes Ei dann meistens ein Jahr lang als Glücksbringer auf.
Es kam manchmal auch vor, dass zwei Eier beim "Tröla" aufeinander trafen und dadurch Schaden nahmen – das Aus für beide.

Gerne nahm man zum "Tröla" besonders kleine Eier, weil sie eine etwas dickere Schale haben sollen.
Wer selber Hühner Zuhause hatte, half natürlich auch ein wenig nach, in dem er tüchtig, zerriebene Eierschalen unter das Futter mischte.
Es gab auch Teilnehmer, die vor Spielbeginn ihre Eier in einen Ameisenhaufen legten, damit die Schale besonders stark wurde.

Eierfärben gehörte natürlich auch zum Brauch.
Bei uns Zuhause kochte man die Eier gerne in einem Zwiebelschalensud, nachdem man sie, manchmal mit einem Blatt oder Löwenzahn verziert, in kaputte Strümpfe gesteckt hatte.
Aber es gab natürlich auch farbige Eier und während einiger Jahre auch mehr oder weniger kunstvoll von Kinderhänden bemalte Ostereier, bis man das Interesse daran verloren hatte.
Die Tradition, zu Ostern Eier zu bemalen und zu essen, haben die Christen anlässlich der Auferstehung Christi von heidnischen Bräuchen übernommen. Denn das Ei symbolisiert das neue Leben, im Christentum die Macht Gottes über den Tod.

Doch wusstet Ihr, dass gerade rot gefärbte Ostereier das klassische Osterei schlechthin sind und Glück bringen sollen? Der Brauch, nach der Ostermesse rote Ostereier zu überreichen, diese an die Kirchenwand zu werfen und zu essen und ein unversehrtes Ei mit nach Hause nehmen, um es ein Jahr lang aufzubewahren, stammt aus der orthodoxen Kirche.

Wer ein rotes Osterei besitzt, hat Glück, so der Glaube.



;)









Samstag, 30. März 2013

Länger Leben?




Seit 1900 hat sie sich die Lebenserwartung in der Schweiz fast verdoppelt:
von 46,2 auf 80,3 Jahre für die Männer und von 48,9 auf 84,7 Jahre für die Frauen.


Auf den ersten Blick ein wirklich erfreulicher, statistischer Wert.
Aber ich frage mich:
Leben wir wirklich so viel länger?

Natürlich zweifle ich die Statistik der eidgenössischen Bundesamtes nicht an, ich beziehe mich viel eher auf das subjektive Zeitempfinden, also die "gefühlte" Länge eines Lebens.

Fühlte sich im Jahr 1900 ein Kalenderjahr genau so kurz an, wie in unserem "gestressten",  durch verbreiteten Zeitmangel, geprägten Jahrzehnt?
Gingen vor gut 100 Jahren die Tage ebenfalls so schnell vorbei, wie im heutigen Zeitalter der unentwegten Ablenkung und Überflutung mit Sinnesreizen?

Empfand mein Grossvater die gemütliche Stunde am Abend nach getaner Arbeit, auf dem Bänklein vor seinem idyllischen Gartenhäuschen, mit einer genüsslich rauchenden Toscano-Zigarre im Mundwinkel genau so kurz, wie wir heute sechzig, kurzweilige Minuten vor einem spannenden TV-Krimi?

Ich meine, dass "Zeit" doch immer relativ ist.
Aber, dass die gefühlte Zeiteinheit wichtiger ist, als die Anzahl der Lebensjahre (Grossvati wurde übrigens 72 Jahre alt)



:)





Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstag






Gründonnerstag

Der fünfte Tag der Karwoche (kara = Klage, Kummer, Trauer) und der erste der drei Kartage (Karfreitag, -samstag) erinnert an den Tag, an dem Jesus vor seinem Tod mit seinen zwölf Jüngern ein letztes Abendmahl einnahm.

Der Tag wird seit dem 13. Jh im deutschsprachigen Raum so bezeichnet, aber der Ursprung des Namens des heutigen Tages ist nicht geklärt. Nur eines ist sicher, mit Spinat hat er nichts zu tun.
Nicht einmal das Grün der beiden hat den gleichen Ursprung.
Während beim Gemüse die Blattfarbe damit bezeichnet wird, ist der Ursprung des Grün beim Feiertag, vermutlich von "greinen" (weinen) abgeleitet. 
Das, in Erinnerung an die Büsser, die früher an diesem Tag wieder in die Kirche aufgenommen wurden. Dafür wurden sie – die „dürres Holz“ gewesen waren und jetzt am antlastag, wieder lebendiges, "grünes Holz" der Kirche wurden – als sichtbares Zeichen mit jungem Grün geschmückt.

Damit sind wir doch wieder beim grünen, jungen Frühlingsgemüse Spinat angelangt.


Ich wünsche Euch allen schöne, erholsame und gemütliche
Ostertage 



Übrigens:
Noch ein Tipp:
Nehmt zum "Eiertütschen" die kleinsten Eier,
denn sie sollen die dickste Schale haben.



;)




"Alter ist irrelevant,
es sei denn,
du bist eine Flasche Wein."

Joan Collins 


Joan Collins
amerikanische Schauspielerin, geboren am 23. Mai 1933.
Im Jahr 1981 wurde sie durch die Rolle des "Biests" Alexis Carrington in der Serie "Denver Clan" weltweit bekannt.

Ebenfalls von Ihr soll der folgende Ausspruch stammen:
"Heiraten Sie niemals einen Mann, der reicher ist als Sie - oder Mascara trägt."



:)

Mittwoch, 27. März 2013





Du wirst alt, 
wenn die Kerzen mehr kosten 
als der Geburtstagskuchen.

Bob Hope
 Leslie Townes Bob Hope
Geboren: 29. Mai 1903 in Eltham GB / Gestorben: 27. Juli 2003 in Toluca Lake, Kalifornien
war ein US-amerikanischer Komiker, Schauspieler und Entertainer
Er erhielt in seinen 100 Lebensjahren über 1'500 Auszeichnungen und
 war 69 Jahre lang mit Dolores verheiratet, die ebenfalls 100 Jahre alt wurde.



:)

Montag, 25. März 2013





Nicht viel Federlesens machen


Was für eine herrliche Redensart!
Besonders wenn man weiss, woher diese Redewendung herkommt.

Im Mittelalter galt es als Lobhudelei und Liebedienerei, wichtigen oder höhergestellten Personen Federchen, Flusen und anderes das auf den kostbaren Kleidern der Persönlichkeiten landete, von dessen Gewändern zu lesen.
Diese unsympathische Katzbuckelei wurde damals schon schnell sprichwörtlich.

Auch wurde zu der Zeit, wegen des grossen Zeitaufwandes, nicht von allen viel Wert darauf gelegt, immer und überall wie aus dem Ei gepellt daherzukommen.
Musste ein einfacher Bürger dann aber beim Vorgesetzten, Gutsbesitzer oder Amtmann vorsprechen, säuberte der Untergebene oder der Bittsteller aufwendig sein Gewand von Fusseln, kleinen Federchen und anderem Unrat, um Eindruck zu schinden.

Wer sich mit solchen "Finessen" nicht aufhielt, sondern direkt sein Ziel ansteuerte, der machte eben nicht viel Federlesens


:)

Freitag, 22. März 2013






Den grössten Reichtum hat, 
wer arm an Begierden ist.

Lucius Annaeus Seneca




Lucius Annaeus Seneca, 
genannt Seneca der Jüngere (Geboren etwa im Jahre 4 v. Chr. in Corduba (Spanien); gestorben 65 n. Chr. in der Nähe von Rom),
war ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit.

Er war der Erzieher und später der Berater von Kaiser Nero.
Dessen Grössenwahn und Begierden konnte er jedoch nie bändigen.

Später fiel Seneca beim Kaiser in Ungnade, denn man beschuldigte ihn, an der "Pisonischen Verschwörung" (ein geplantes Attentat auf Nero) beteiligt gewesen zu. Auf Befehl Neros wurde Seneca daraufhin gezwungen, Selbstmord zu verüben.
Als grandioser Höhepunkt des vor Freunden vorgelesenen Dialoges "Phaidon" über die Unsterblichkeit der Seele, trank Seneca dazu eine Phiole (birnenförmiges Glasgefäss) mit Gift, die er immer bei sich trug.
Doch die Wirkung dieses Schierling (Doldengewächs)  bleib aus, weil das Gift offensichtlich überlagert war.
Auch das Öffnen der Pulsadern verfehlte das Ziel und so verordnete sich Seneca ein siedend heisses Schwitzbad, das ihm die befohlenen Selbsttötung auf grausame Weise dann doch noch ermöglichte.


:)




Sonntag, 17. März 2013

Gertrude Steiner







Gertrude Steiner


Gertrude Steiner rollt vorsichtig auf den Parkplatz Nr. 5, den sie beim Nachbarhaus gemietet hat. Sie setzt nochmals etwas zurück, korrigiert leicht die Räder und fährt dann genau in die Mitte des Parkfeldes. Nur selten gelingt ihr das richtige Einparken beim ersten Mal. Nun schaltet sie das Licht aus und dreht den Zündungsschlüssel.
Gertrude bleibt noch einen Moment mit beiden Händen am Steuerrad sitzen, atmet aus und lehnt den Kopf zurück, bis der Knoten ihrer streng nach hinten gebundenen Haare die Nackenstütze berühren. Sie ist froh, endlich Zuhause zu sein.

Es war wieder ein harter Tag. Am Morgen zuerst vier Lektionen mit ihrer sechsten Klasse und dann, nach einem Kaffee und einem hastig verschlungenen Sandwich, die fast einstündige Fahrt zu ihrer dementen Mutter.
Jetzt, da die Konzentration auf den hektischen Abendverkehr nachgelassen hat, spürt sie eine lähmende Müdigkeit. Denn diese nachmittäglichen Besuche im Pflegeheim kosten sie jedes mal noch mehr Kraft, als ein ganzes Arbeitspensum mit ihrer aufmüpfigen Klasse. Aber Gertrude würde sich nie verzeihen, wenn sie, wie in den letzten fünf Monaten immer, an einem Mittwochnachmittag oder am Wochenende, auch nur einmal, ohne triftigen Grund, ihre Mutter nicht besucht hätte. Schliesslich hat Mutter in den letzten 38 Jahren auch alles für sie getan, war immer nur für sie da gewesen und hatte weitgehend auf ein eigenständiges Leben verzichtet. Gertrudes Pflichtgefühl gegenüber der Mutter wuchs somit in den letzten Jahren und auch die Widrigkeiten durch ihre fortschreitende Alzheimererkrankung konnten ihr schlechtes Gewissen nicht entlasten.

Die letzte Zeit war für beide nicht einfach gewesen. Anfangs war Mutter nur schusselig und vergass immer öfter das Essen zu salzen oder fand ihre Brille nicht mehr. Auch hatte sie zunehmend Mühe die richtigen Wörter zu finden oder kannte die Namen der alltäglichsten Dinge nicht mehr. Da half die Tochter jeweils schnell nach und Mutter schaute sie dann verwundert, aber selig lächelnd an.
Die Anzeichen einer Verwirrtheit waren anfangs auch eher lustig als tragisch. So lachten beide, als sie Mutters Strumpfhose im Kühlschrank fanden oder nach langem Suchen ihre Dritten in der Schmuckschatulle statt im Zahnglas. Die Tochter sah auch grosszügig darüber hinweg, als Mutter anfing, ihr immer wieder ein- und dieselbe Begebenheit zu erzählen.
Doch als sie dann öfters den Heimweg nicht mehr fand, mehrmals vergass den Kochherd auszuschalten oder mitten im Sommer den Schwedenofen anfeuerte, da kam es immer öfter auch zum Streit.
Gertrude hat es im Nachhinein immer sehr leid getan, denn sie musste sich eingestehen, dass sie ihrer Mutter unrecht tat, die ja nichts dafür konnte.

Dass man sich auf seine Mitmenschen nicht immer verlassen kann, das hat Gertrude durch leidvolle Enttäuschungen im Leben schon öfters erfahren.
Doch wie schrecklich muss erst die Erkenntnis sein, dass man sich selber nicht einmal mehr trauen darf?
Welche Ängste hat man auszustehen, wenn man nicht mehr sicher ist, was man vor fünf Minuten getan hat oder nicht mehr weiss, wie man die alltäglichsten Dinge zu erledigen hat. Wie grauenhaft, wenn man von der Tochter noch bekleidet beim Duschen erwischt wird oder beim Anziehen die richtige Reihenfolge der Kleider nicht mehr kennt? Wie beängstigend muss der Moment sein, an dem man zum ersten Mal jemanden fragt, wer denn die Person eigentlich ist, die den eigenen Namen trägt.
Wie fürchterlich muss diese ständige panische Angst sein, dass man etwas Wichtiges vergessen haben könnte oder, dass man bei einer Ungehörigkeit erwischt wird.

Mit der Zeit wurde es richtig schwierig mit der Mutter. Die Angst, dass sie während ihrer Abwesenheit irgendwelchen Unfug anstellten könnte, sass ihr immer mehr im Nacken. Manchmal hatte sie dadurch Mühe, sich in der Schule zu konzentrieren oder die nötige Geduld dafür aufzubringen. Das blieb natürlich auch dem Lehrkörper nicht verborgen und so musste sie zunehmend Kritik von dieser Seite abwehren.

Aber auch im Mietshaus mit mehreren Parteien, fand man es mit der Zeit eine Zumutung, dass die alte Frau manchmal mehr als eine Stunde mit dem Lift fuhr oder im Keller herumirrte und wimmernd nach ihrer Tochter rief, weil sie den Ausgang nicht mehr fand. Immer öfter wurde Gertrude darum auch während des Unterrichtes angerufen, was die Schüler jedes mal ausnützten. Aber was hätte sie denn tun sollen? Mit der Zeit hatte sie dann die Mutter in der Wohnung eingeschlossen.
Doch als einmal, mitten am Nachmittag, das Wasser der Badewanne den Mietern der unteren Wohnung in den Flur tropfte und sie deswegen nach einem erbosten Anruf des Hausmeisters, während einer Prüfung über Bruchrechnen nach Hause fahren musste, da stiess sie auf wenig Verständnis, sowohl von Seiten der Schulleitung als auch der Hausverwaltung.
Es wurde nach einer Heimlösung gesucht und auch rasch eine gefunden, sechzig Kilometer entfernt.

Aber obschon das alltägliche Leben ohne Mutter nun einfacher geworden ist und sie weniger praktische Sorgen plagen, glaubt Gertrude, dass die seelische Belastung durch die vielen Besuche im Alterszentrum, im Vergleich zu vorher, stark zugenommen hat.
Der stetige Zerfall ihrer Mutter macht Gertrude schwer zu schaffen. Was ist aus der starken Frau geworden ? Sie ist verstummt, die letzten Worte sind ihr ausgegangen. Sie ist in sich zurück gekehrt und hat sich von dieser Welt bereits verabschiedet.

Doch nicht nur die Gesundheit und das Leiden der Mutter kosten Gertrude viel Kraft.
Früher hatte sie, nebst den Schulvorbereitungen, mit der von der Mutter zunehmend vernachlässigten Hausarbeit und ihrer aufwendigen Pflege soviel zu tun, dass ihr die Zeit fehlte, sich Gedanken über ihre Situation oder gar die eigene Zukunft zu machen.
Aber nun sitzt sie Woche für Woche dreimal stundenlang alleine am Bett ihrer Mutter, die mehrheitlich nur noch schläft oder völlig apathisch gegen die Decke starrt und ihre Besuche nicht einmal mehr wahrnimmt.
Während diesen einsamen Stunden kommt manches in Gertrude zum Vorschein, das sie bisher ständig verdrängt hatte oder gar nicht wusste, dass es da ist. Gedankengänge, die ihr manchmal den Hals zuschnüren möchten oder ihr das Blut in Wallungen bringen. Nur gut, dass niemand sieht, warum sie immer öfter nach einem Taschentuch greifen muss.
Darum ist sie froh, wenn wie heute, Schwester Rosa Dienst hat. Sie nimmt sich immer öfter Zeit, um sich ein bisschen zu ihr hinzusetzen. Gertrude glaubt, dass sie einen guten Draht zueinander haben und die Gespräche mit ihr tun ihr gut. Auch, wenn sie dabei etwas Neues zunehmend aufwühlt.

Gertrude Steiner erschrickt. Wie lange ist sie nun in Gedanken versunken im dunklen Auto gesessen? Hoffentlich hat sie niemand beobachtet. Vorsichtig schaut sie sich um. Keine Menschenseele ist zu sehen, ausser der jungen, etwas fülligen Frau, die erst vor kurzem in das ältere Mietshaus nebenan, zu dem auch ihr Parkplatz gehört, eingezogen ist. Sie kommt vermutlich gerade von der Arbeit, denkt sich Gertrude. Das Holzhaus in seinem erbärmlichen Zustand, das nun völlig im Dunklen liegt, kommt ihr einmal mehr fast etwas unheimlich vor.
Im weissverputzten Haus daneben, in dem sie wohnt, sind hingegen einige Fenster erhellt und im fünften Stockwerk steht, wie so oft jemand, der das Nachbarhaus ständig zu beobachten scheint.
Schnell öffnet sie die Autotüre und eilt hinter dem alten Holzhaus zum schmalen Durchgang, der das marode Nachbarhaus von ihrem moderneren Wohnblock trennt. Sie hat immer ein mulmiges Gefühl, wenn sie in der Dunkelheit diesen schmalen, dunklen Rasenstreifen zwischen der mannshohen Hecke auf der einen und dem alten Haus, mit der schon tagsüber etwas unheimlichen Kellertreppe auf der anderen Seite,  überqueren muss. Die Angst, dass sich dort im Dunkeln jemand versteckt halten könnte löst sich jeweils erst, wenn sie im hellerleuchteten Hauseingang steht. Aber sie ist froh, dass sie wenigsten beim Nachbarhaus einen Parkplatz mieten konnte.

©® Copyright by Herr Oter


:)





Freitag, 15. März 2013

Ist es die Arroganz eines Internet-Giganten?





Ist es die Arroganz eines Internet-Giganten?

Google hat angekündigt, per 1. Juli auch noch den 2005 eingeführten RSS-Dienst Google Reader sterben zu lassen, nachdem bereits das Aus für  "Adblock Plus", „Google Building Maker“, „Google Cloud Connect“, „Snapseed“ und das ebenfalls sehr beliebte „iGoogle“ im nächsten Jahr, bekannt gegeben wurde. Einmal mehr zeigt sich, dass für den Nutzer nichts Gutes herauskommt wenn sich Google ein erfolgreiches Jung-Unternehmen „einverleibt“.
Als Grund wird übrigens angegeben, dass sich der Reader-Dienst rückläufig entwickelt und im Zeitalter von Twitter ausgedient habe.
Analysten vermuten aber eher, dass damit das „lustlose“ Google+ gepuscht werden soll, auch wenn der beliebte Reader nach wie vor um ein mehrfaches mehr genutzt wird als der schwächelnde Zuckerberg-Konkurrent Google+.

Hunderttausende von Reader-Nutzer werden also in gut drei Monaten ohne den beliebten RSS-Reader für die schnelle Sichtung von News und Blogs dastehen, denn gute Alternativen, die sich auf verschiedenen Geräten (z.B. Macbook, tablets, iphone oder Android) synchronisieren lassen, gibt es kaum. Nicht zuletzt, weil manche andere iOS- und Android-Apps denn Google-Dienst als zentrale Anlaufstelle nutzten, um die gesammelten News-Feeds anzuzapfen.

Scheinbar kann Google es sich leisten, millionenfach User zu verärgern, weil liebgewonnene, vielgenutzte Dienste nach wenigen Jahren einem sogenannten „Frühlingsputz“ zum Opfer fallen und wieder verschwinden. Eine finanzielle Notwendigkeit kann es beim milliardenschweren Unternehmen ja nicht sein.
Unbegreiflich für mich ist, warum Google, wenn das Unternehmen das Interesse an solchen Diensten verloren hat, die Lizenzen dieser ausgereiften Dienstleistungen nicht an andere Firmen verkauft oder als „start-up“ jungen innovativen Unternehmen überträgt.

Nicht zuletzt ist auch zu befürchten, dass es weiteren Google-Produkten unter fadenscheinigen Begründungen an den Kragen geht. Ich denke da an Gmail, Google+, Picasa oder „unserem“ Blogger.


Wer sich auch gegen die Ignoranz des Internet-Giganten wehren möchte, 

dem sei diese Petition empfohlen:  


 Bisher wurde sie innert 36 Stunden bereits über 100'000 mal unterzeichnet.




:)

Donnerstag, 14. März 2013





Greise glauben alles, 
Männer bezweifeln alles, 
Junge wissen alles.
Oscar Wilde




Oscar Fingal O' Flahertie Wills Wilde 
(geboren: 16. Oktober 1854 in Dublin, gestorben: 30. November 1900 in Paris) 
war ein irischer Schriftsteller. Er war mit einer wohlhabenden, englischen Kinderbuchautorin bis zu deren Tod (1898) verheiratet und gemeinsam hatten sie zwei Söhne. Sein bekanntester Roman ist: Das Bildnis des Dorian Gray.

Wilde war im viktorianisch, prüden England, nicht zuletzt durch seine bisexuelle Ausrichtung, als Skandalautor und versnobter Dandy verachtet – und gleichzeitig bewundert für seine Sprachgewandtheit und bekannt für sein extravagantes Auftreten.

Oscar Wilde,  der auch dem Absinth nicht abgeneigt war, wurde durch seine relativ offene Haltung zur damals verbotenen Homosexualität, seinen langjährigen Beziehungen zu Robert Baldwin Ross und Lord Alfred Douglas (genannt Bosie) und vor allem wegen seinen öffentlich bekannten Verhältnissen zu mehreren männlichen Prostituierten, zu zwei Jahren Gefängnis mit Schwerarbeit verurteilt. 
Oscar sass die Strafe voll ab und veröffentlichte in dieser Zeit mehrere Schriften über die unmenschlichen Zustände im englischen Gefängnis und ein umstrittener Brief an seinen Freund Douglas, der unter dem Titel "De Profundis", postum, unter Auslassung eventuell anstössiger Abschnitte, veröffentlicht wurde.

Nach seiner Entlassung ging er schwer krank nach Paris, wo er drei Jahre unter dem Namen Sebastian Melmoth völlig mittellos, zuletzt in der schäbigen Absteige „Hotel d’ Alsace“ lebte. 
Grosszügigerweise wurde er vom Hotelbesitzer im besten Zimmer untergebracht, bekam das beste Essen, den besten Wein und auch den einzigen Kranz der sieben Teilnehmer, die seiner Beisetzung beiwohnten.



:) 

Dienstag, 12. März 2013

Schönheit



Schönheit


"Die Seele eines Menschen ist grundsätzlich dem Schönen zugeneigt",
erklärte bereits die Priesterin Diotima ihrem Gesprächspartner Sokrates in Platons Dialog "Symposion".

"Schönheit" ist ein abstrakter und relativer Begriff. Auch ist es eher eine allgemeine und nicht besonders präzise Umschreibung. "Schön" kann für jeden etwas anderes bedeuten und dieses Attribut ist auch immer stark vom Zeitgeist und von wechselnden Schönheitsidealen abhängig, und doch wird das Wort "schön" ständig verwendet und hat eine geradezu inflationäre Bedeutung bekommen.
Obschon sich Schönheit nicht definieren lässt, kann sie  jeder von uns jedoch beurteilen. Schönheit ist das Ideal oder die Vorstellung eines Ideals, auf das wir uns beziehen, wenn wir etwas werten. Sei das ein menschlicher Körper, irgend ein Gegenstand, eine geistige Errungenschaft, eine Landschaft oder ein Gefühl.
Schönheit bezeichnet immer etwas Positives – genau wie das Gegenteil, die Hässlichkeit, ein durchwegs negativ besetzter Begriff ist.

Es wird allgemein angenommen, dass etwas Neues, das von Menschen erschaffen wurde, mindestens zu Zweidritteln aus Altem bestehen muss, um nach allgemeiner Übereinkunft schön zu sein. Ich vermute, dass mit zunehmender Dauer demnach Gegenstände (und auch Menschen?), je länger man sie kennt, schöner werden.
Schönheit könnte deshalb vor allem eine Frage der Vertrautheit sein, angereichert mit einer tüchtigen Dosis Nostalgie. Das fällt natürlich bei älteren Menschen, mit einer grösseren Rückschau, mehr ins Gewicht als bei jungen Leuten. Dieser Unterschied fällt mir immer wieder und besonders, in der Architektur auf. Mit Schönheit wird also meistens etwas bezeichnet, das man irgendwie kennt und das einen angenehmen Eindruck hinterlässt. Aber auch über das "Angenehme" lässt sich nicht streiten, weil jeder etwas anderes als angenehm empfindet.

Die Schönheit hatte jedoch noch nie einen so hohen Stellenwert wie heute und manchmal könnte man meinen, sie stehe über allem.
Besonders die körperliche Schönheit eines Menschen war in der Wahrnehmung einer breiten Gesellschaft noch nie so wichtig wie heute, auch wenn der, dem die allgemeinübliche, äussere Schönheit von der Natur nicht gegeben ist, vermutlich schon immer benachteiligt war.
So wird heute auch in breiten Bevölkerungsschichten sehr viel Geld und Mühe investiert, um anhaltend den geltenden Schönheitsidealen entsprechen zu können.  Denn die Menschen werden in zunehmendem Masse zuerst nach ihrem Aussehen und erst dann nach ihren Fähigkeiten beurteilt oder zumindest bei gleicher Qualifikation wird die/der "Schönere" bevorzugt.
Schöne haben es, vereinfacht gesagt, bedeutend leichter im Leben.

Der unsägliche Körperkult nimmt heutzutage auch keine Rücksicht mehr auf das Geschlecht oder auf die Lebensphase. Vom hübschen Baby, über die attraktiven Jungen bis hin zu den "interessanten", guterhaltenen Senioren ist keiner vom Schönheitsideal befreit. Manchmal wird sogar noch von der "schönen Leiche" gesprochen. Dementsprechend wird auch von der Wiege bis zur Bahre tüchtig  "geschönt"

Wer mit der äusseren Schönheit nicht mithalten kann, der hofft halt noch auf die Innere.
Aber auch " innere Ausstrahlung" ist aus meiner Sicht nicht jedem vorbehalten. Denn Innere Schönheit entsteht durch positive Charaktereigenschaften – die nicht jedem gegeben sind – und durch Zufriedenheit. Aber dafür braucht es ein gewisses Mass an Gesundheit, Lebensqualität, Entspanntheit und nicht zuletzt, glückliche Lebensumstände.

Ist die Schönheit der Menschen also eine Frage des Wohlstandes?
Man könnte es meinen, wenn man sich die heutige Jugend ansieht. Mehrheitlich doch sehr hübsche Menschen. Zum Vergleich sollte man sich vielleicht wieder einmal Bilder von Jugendlichen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ansehen.

Bei der Schönheit der Gegenstände, dem "Design von Gütern", wie man heutzutage sagt, bin ich jedoch davon überzeugt, dass es sich um eine Auswirkung unseres Wohlstandes handelt.
Denn solange die Menschen wenig besitzen, so lange sie um die tägliche Nahrung und das  Lebensnotwendigste kämpfen müssen, bleibt meistens kein Platz für Schönheit. Erst das Beschaffen und dann die Funktionalität, das sind doch bei Mangel und Armut die relevanten Kriterien. Die Schönheit kommt dann meistens erst an dritter Stelle. Zuerst muss Nahrung beschafft werden können. Dann muss sie sättigend und vielleicht noch gesund sein und erst danach ist entscheidend, ob der Apfel makellos rot, die Kartoffeln gleich gross und aalglatt oder, dass das Fleisch von bester Qualität ist.
Wer keinen Mantel besitzt, der wird zuerst auf die Nützlichkeit und die isolierende Wärme achten und erst dann, ob er "schön" ist.

Heute, da wir meistens das Elementare zum Leben haben, gewinnt bei der Bewertung von Gegenständen das Aussehen immer mehr an Bedeutung.
So sind neue technische Errungenschaften meistens kaum von der Schönheit beeinflusst. Man denke an die ersten Autos, Computer oder die ersten mobilen Telefone. Während es Anfangs in erster Linie darum geht, etwas herzustellen das funktioniert, wird die Ästhetik bei zunehmender Konkurrenz zu einem wichtigen Kriterium. Denn, wenn  sich die Produkte funktionell kaum mehr unterscheiden oder alle den Bedürfnissen genügen können, ist das Aussehen oder das Design oft der kaufentscheidende Umstand.
Ich meine sogar, dass je "Unnötiger" der Gegenstand ist, desto mehr ist die Schönheit – nebst dem Preis – der wichtigste Faktor. Die Suche nach dem Schönen steht dann im Mittelpunkt. Oft ist es sogar das Mass aller Dinge. Ich denke da an den Kleidereinkauf und besonders an die dazupassenden Accessoires.

Doch eines ist doch tröstlichen und darf bei all der Schönheit nicht vergessen werden:
Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters
sagt richtigerweise das bekannte Sprichwort, das der schottische Philosoph, Ökonom und Historiker David Hume (1711 - 1776) – in seiner Veröffentlichung "Essays moral & political" von 1742 – geprägt hat.

©® Copyright by Herr Oter





;)

Samstag, 9. März 2013




  Demokratie.....
ein wertvolles Recht, 
eine unglaubliche Freiheit,

aber auch eine grosse
Verpflichtung!
 
:)

Donnerstag, 7. März 2013

Mittwoch, 6. März 2013

Blog-Empfehlung





Es lohnt sich, einen Blick in den Blog
 "Goppeldangers
der Londoner Journalistin Nell Frizzell zu werfen.

Sie hat Lust, sich Woche für Woche als Prominente zu verkleiden, Stars stilistisch zu kopieren und berühmte Bilder nachzustellen. Zum Teil macht sie das unter Zuhilfenahme von Esswaren und manchmal wird alles zur Parodie.




:)

Sonntag, 3. März 2013

Das Massaker








Das Massaker


Nun ist es ganz nahe gekommen, sozusagen bis vor die Haustür. Das Schreckliche, das Unfassbare, das Tödliche.



Bisher hatte man nur davon gehört und gelesen. Aus Konfliktgebieten am meisten, manchmal aus Amerika, seltener aus Deutschland und zwei-, dreimal auch aus der Schweiz. Immer weit weg, unbekannte Opfer, extremistische Attentäter oder verwirrte Amokläufer.

Doch nun ist es hier –das Massaker.



Plötzlich ist es nun hier aufgetaucht. Beim „Znüni“, in der Kantine der „Wölklifabrik“ vor dem idyllischen Städtchen. Das Massaker war mit einer Pistole bewaffnet, schoss gezielt um sich und verletzte dabei 6 Mitarbeiter lebensbedrohlich und 4 tödlich und es zerstörte die „heile“ Welt von tausenden.



Die Opfer, den Täter, den Tatort und die vermeintlich heile Welt – man kennt sie oder man kennt jemanden der sie kennt.

Plötzlich hat das Massaker bekannte Namen, vertraute Gesichter und manchmal sogar eine Beziehung.

Dadurch wird das Grauenhafte noch grauenhafter und das Unmögliche noch unmöglicher.

Es wird lange dauern, bis man alles aufgeklärt und verarbeitet hat. Verstehen wird man es trotzdem nie.



Und doch, die Welt wird sich weiter drehen, die weissen Dampfwolken werden weiter in den blauen Himmel steigen und die Normalität wird bei den meisten wieder zurückkehren. Das Massaker wird in den Hintergrund treten und dann weiterziehen, denn ändern wird sich nichts.



Nur die „heile“ Welt wird auch hier, für immer verschwunden sein.


:(