.

Montag, 31. März 2008

Freitag, 21. März 2008

Der Schachspieler und der Maler



Der Schachspieler und der Maler



Ein weltberühmter Schachspieler hatte einen Freund, der war Maler.
Dieser malte zwar prächtige Bilder, aber trotzdem war der Künstler sehr arm, weil er keines davon verkaufen wollte. Aber ab und zu verschenkte er eines.
Auch malte er schon seit langer Zeit immer das gleiche Motiv - wunderschöne, bunte Regenbogen auf zartblauem Hintergrund.
Der reiche Schachspieler unterstützte seinen mittellosen Freund ab und zu und der beschenkte ihn manchmal mit einem seiner Bilder.
Doch das schönste Bild des Künstlers war seine bunte Seele, die er in sich trug und die sich fortwährend in seinem Gesicht widerspiegelte, so dass alle Menschen von seiner Persönlichkeit fasziniert waren. Diese Ausstrahlung seines Freundes beeindruckte den genialen Schachspieler am meisten und er war sehr stolz darauf, so einen beliebten und gütigen Menschen als Freund zu haben.
Denn der geniale Schachspieler war eher unbeliebt, weil er ständig gestresst und vor grossen Turnieren immer sehr nervös war. Aber als weltbekanntes Genie mit grossem Erfolg war er eine immense Gage wert und so lastete auf ihm vor wichtigen Kämpfen, ständig ein sehr grosser Druck. Darum war er auch oft mit seinen Liebsten unausstehlich und viele gingen lieber auf Distanz zu ihm.
Schon mehrmals hatte er den Maler gefragt, woher er seine aussergewöhnliche Seele habe. Aber der lächelte ihn immer nur freundlich an und schwieg.
Doch der Schachspieler war stur und liess ihm keine Ruhe. Er drängte immer öfter auf einen Antwort. Zudem hatte er auch keine andere Wahl, denn sein mürrisches Benehmen nahm immer mehr Besitz von ihm und dagegen musste er etwas tun, wollte er nicht noch seine letzten Freunde verlieren.
Als er wieder einmal ganz verzweifelt wissen wollte, woher der alte Maler seine aussergewöhnlich bunte Seele habe, fragte sein bescheidener Freund zurück: „Kamerad, weisst Du, woher du deine mathematische Begabung hast?“
Der erfolgverwöhnte Schachspieler wurde immer unglücklicher. Ihm gefiel seine eigene Lebensweise immer weniger und die Freude am königlichen Spiel hatte er auch verloren. Am Ende begann er, sich selbst nicht mehr zu gefallen. Er fand sein Leben grau, seine Seele einfarbig und seinen Reichtum nutzlos. Er war einsam und traurig und daran konnte auch sein vieles Geld nichts ändern. Er wurde krank und konnte seinen Freund nicht mehr in seinem Atelier besuchen.
Als der greise Maler davon erfuhr, nahm er einen Regenbogen und besuchte damit seinen kranken Freund. Er erzählte ihm am Krankenbett folgende Geschichte:
„Früher war ich einmal ein berühmter Maler, der seine Bilder teuer verkaufen konnte. In den klotzigsten Galerien waren sie zu finden, auf den grössten Auktionen wurden Spitzenpreise dafür bezahlt und in den kolossalsten Museen hängen sie noch heute.
Aber die Leute wollten immer mehr von mir, die Techniken sollten immer raffinierter und die Farben immer leuchtender werden. Dabei wurde um mich herum alles immer grauer und düsterer.
Da brach ich eines Tages auf in die Natur, weil ich einen Regenbogen malen wollte. Lange sass ich da, bis sich in der Ferne endlich einer zeigte. Ich wollte näher hin und so ging ich ihm entgegen. Ich lief und lief und doch kam ich nie, zu ihm hin.
Bald hatte ich mich verlaufen, war irgendwo in einer Wüste und wusste nicht mehr zurück. Da fand ich eine kleine Oase und blieb dort jahrelang. Zuerst malte ich, was ich sah: Sand und Dünen, braunes Gehölz, weisse Wolken und auch die dunkle Nacht mit den winzig kleinen leuchtenden Sternen. Andere Farben gab es in der Wüste kaum. Bald waren diese Farbtöpfe aber aufgebraucht und übrig bleiben nur noch Rot, Gelb und Blau.
Da begann ich aus der Erinnerung den Regenbogen, der mich hierher geführt hatte, zu malen. Noch nie hatte ich die Farben so schön leuchten gesehen, wie hier in dieser Einöde.
Stundenlang starrte ich, in der glühenden Sonne sitzend, fasziniert darauf und auf einmal wurde der Regenbogen zu einem farbigen Strudel der mich unweigerlich in sich hineinzog und ich verschwand damit ins Bild hinein. Ich kam aber nicht etwa auf der Rückseite des Gemäldes wieder hinaus. Nein, ich war in eine andere Welt geraten – ganz anders als die unsere und noch viel besser. Sie war wunderschön, voll Glück, Harmonie und Frieden - ich musste ins Paradies gekommen sein.
Im ersten Augenblick habe ich mich erschrocken. Ich fand mich nicht zurecht und ich verstand die Sprache dieser Welt nicht. Doch die Menschen dort erwiesen sich als sehr freundlich und ausserdem drückten sie ihre Gedanken nicht mit Worten aus. Sie malten und so verstanden sie sich untereinander viel besser, als wir mit unseren zahlreichen Sprachen. Ihre Farben verschwammen ineinander und mischten sich, alle Schattierungen waren möglich und so bildeten sich ganz neue Farbtöne. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt und alles schien in dieser Bildsprache möglich. Sehr schnell begann ich sie zu verstehen. Die Bewohner waren herzlich und begabt und ausserdem verstanden sie viel von menschlichen Seelen…“
„Bist du ins Paradies der Maler geraten?“ unterbrach ihn der Schachspieler.
„Ja, so muss es wohl gewesen sein“, sagt der Maler mit einem weisen Lächeln.
„Mir gefiel es dort so gut, dass ich nicht mehr zurück kehren wollte. Aber man gab mir zu verstehen, dass es für mich noch viel zu früh war und ich hier noch einiges zu erledigen hätte. Ich musste wieder gehen. Zum Trost aber gab man mir meine bunte Seele als Geschenk mit. Damit soll ich mich immer an sie erinnern und mich ständig aufs Paradies der Maler freuen.“
„Ich weiss nicht wie, aber plötzlich lag ich im Wüstensand, nahe an meiner Oase. Ich packte meine Sachen zusammen und begann in eine Richtung zu laufen und bald kam ich in eine fremde Stadt. Es war diese hier.
Mein Gesicht war durch die gegerbte Haut und den weissen Bart nicht mehr zu erkennen und inzwischen war ich auch für Verschollen erklärt worden. Das war mir Recht so, denn mit meinem früheren Leben wollte ich nichts mehr zu tun haben. Reichtum und Besitz waren für mich nicht mehr wichtig - Friede und Zufriedenheit umso wichtiger.“
Die Augen des Malers leuchteten und der Schachspieler war nun auch ganz aufgewühlt.
„Meinst du, dass es auch ein Paradies der Schachspieler gibt?“, fragt er den Maler ganz aufgeregt.
„Ich denke, dass es für jeden, der daran glaubt, ein Paradies gibt“.
„Und - kann ich es auch finden?“, fragt der kranke Mann.
„Ich glaube - jetzt schon“, sagt der alte Maler, „darum habe ich dir diese Bild hier mitgebracht. Es ist der Regenbogen, den ich damals in der Wüste gemalt hatte. Nimm ihn zum Dank, denn es ist der Schönste von allen.“
Und mit einem zufriedenen Lächeln, schliesst der greise Maler seine müden Augen.

©® Copyright by Herr Oter



:-)

Donnerstag, 20. März 2008





Probleme
werden mit Gehirn,
nicht mit Gefecht
gelöst

davon ist Herr Oter überzeugt


:-)

Dienstag, 11. März 2008




Eine Zeitfrage


Ein Mann der es wissen muss, erklärte mir heute, dass eine Wohnung auf der dritten Etage ohne Aufzug, kaum mehr zu vermieten ist.
Ich frage mich nun:
Ist das darum so, weil die Mieter die Zeit zum Treppensteigen gar nicht mehr haben - weil sie vielleicht soviel arbeiten müssen, um sich eine Wohnung mit Lift überhaupt leisten zu können?


:-(

Donnerstag, 6. März 2008





Wie viel kostet ein Menschenleben?

Durchschnittlich 3,1 Million Dollar pro Person erhielten die Hinterbliebenen der Opfer
des 11. September, die Angehörigen eines im Irakkrieg getöteten amerikanischen Soldaten erhalten 100.000 Dollar, die Familienmitglieder eines getöteten irakischen Zivilisten erhalten von der amerikanischen Regierung maximal 2.500 Dollar - wenn überhaupt.



Aktuelles Buch von Jürgen Todenhöfer:  
Warum tötest du, Zaid? (Bertelsmann-Verlag)




:-(

Mittwoch, 5. März 2008

Lesende Autoren = ENTLADE NEUROSE




Lesende Autoren = ENTLADE NEUROSE
Ein Anagramm (Buchstabenumstellung)


Immer wieder erstaunlich, welch originellen Aussagen mit Anagrammen zustande kommen.
Hier ein paar Beispiele aus dem Gebiet der Literatur:
(Anagramme in GROSSBUCHSTABEN)

lesende Autoren =
ENTLADE NEUROSE,
oder
NOT AUSLEERENDE,
vielleicht eher
LAEUTENDE ROSEN,
aber auch
RESOLUTE DAENEN,
oder gar
TREULOSE DAENEN

Autoren lesen =
TON AUSLEEREN

Autorenlese =
LEERE AUS NOT,
das ergibt so manchen
SEELENAUTOR.

Poesie vortragen =
OPERATIVE SORGEN
eröffnen oder eher
VORGARTEN POESIE
aufsagen oder ein
VORRAETIGEN EPOS
hervorbringen

Dichtkunst =
DICH TUNKTS
(wenn auch mit kleinem Schreibfehler im Anagramm)

Dichtkunst vorlesen
ergibt als Anagramm auch KUNSTLOS VERDICHTEN
oder HOLST NUN VERDICKTES?
Solches erträgt man VORTEILS KNUTSCHEND.
Darum sollte man es nicht am SCHULKIND VORTESTEN.
Aber auch diesen Hinweis:
Einen - DEVOTEN LINKSRUTSCH - VERSCHONT STILKUNDE - nicht immer.

Übrigens:
Am kommenden Wochenende (7.-9. März 2008) finden in der Stadtmühle Willisau die 3. Zentralschweizer Literaturtage statt.

Lesende Autoren =
ENTLADE NEUROSE ???

(Hoffentlich nicht!)



:-))

Wolkenkuckucksheim




Wolkenkuckucksheim

Wer in einem Wolkenkuckucksheim lebt, der hat völlig weltfremde Vorstellungen.
Der Begriff ist der Name eines Vogelstaates in den Lüften, den der griechische Komödiendichter Aristophanes (er lebte um 448 bis etwa 385 vor Christus in Athen) in der Bühnen-Komödie Die Vögel (erstmals aufgeführt im Jahr 414 v. Chr.), gegründet hat.
Es stellt eine Lehnübersetzung des altgriechischen Νεφελοκοκκυγία Nephelokokkygia dar.
Das deutsche Wort findet sich erstmals 1814 beim Philosophen Schopenhauer.
Synonyme zu Wolkenkuckucksheim:
Luftschloss, Fantasiereich, Märchenwelt, Traumgebilde, Traumwelt, Utopia, Wunderwelt
Inzwischen lässt sich auch eine gleichnamige Architekturzeitschrift finden.



:-))

Dienstag, 4. März 2008





Es geht doch auch so…
oder wie schnell man Autorenrechte verletzt.

Ende November 2007 habe ich im Internet das bekannte Gedicht:
„Ich wünsche dir Zeit“, geschrieben von Elli Michler, gelesen.
Darüber habe ich hier im Blog folgendes geschrieben:
Diese Reime drücken wunderschön und sehr genau, meine Wünsche für meine Zukunft aus, als ob sie für mich persönlich geschrieben worden wären. Treffender und poetischer kann man es nicht ausdrücken.
Darum habe ich diese bekannte Dichtung hier aufgenommen und mir erlaubt, die Worte „dir, dich, dein“ durch „mir, mich, mein“ zu ersetzten.
„Es geht doch auch so“, habe ich mir gedacht und schnell war das wunderschöne Gedicht in die „1. Person“ abgewandelt und mit ein paar zusätzlichen „e“ s unnütz ergänzt. Versehen mit kurzen Angaben über die Autorin und der Nennung des Originaltitels, habe ich das entfremdete Gedicht (denn es wurde ja geschrieben, um anderen Gutes zu wünschen) trotz Copyright ziemlich bedenkenlos im Blog veröffentlicht.
Vor kurzem erhielt ich nun eine sehr nette Mail von der Tochter der Autorin.
Darin sendete mir Frau Barbara Michler viele zusätzliche Informationen über ihre Mutter, die übrigens im Februar ihren 85. Geburtstag feiern konnte.
Dabei machte sie mich mit einem augenzwinkernden „
Smiley” auch ganz freundlich auf die problematische Veröffentlich von geschützten Werken aufmerksam. Denn der Text durfte ja eigentlich nur mit Genehmigung des Verlages (Don Bosco Verlag München) veröffentlicht werden.
Wo andere mit Anwalt und Schadensatzforderung gedroht hätten, machte mir Frau Michler zur Problemlösung den grosszügigen Vorschlag, dass ich meinem Eintrag wenigstens noch den Link zur HP der Autorin Nelli Michler hinzufügen solle. Es geht eben auch so!
Natürlich habe ich das Gedicht sofort aus dem Blog genommen. Gleichentags habe ich auch Frau Michler zurück geschrieben, mich entschuldigt, mich für ihre Rücksicht bedankt und gefragt, ob ich darüber hier auch eine kleine Kolumne, mit einem Link auf das Gedicht, schreiben dürfte. Denn es geht doch auch so!
In ihrer charmanten Antwort hat mir Frau Barbara Michler grosszügig die Wahl gelassen, eine Kolumne zu schreiben oder den früheren Beitrag (trotz Abänderungen) mit einer zusätzlichen Verlinkung auf das Original wieder zu aktivieren. Doch das ist für mich nun nicht mehr möglich, auch wenn ich nun das Rechte dazu bekommen habe. Denn durch den Briefwechsel ist mir inzwischen klar geworden, dass bei jeder Weitergabe der Verse - auch wenn dabei nur kleinste Veränderungen vorgenommen werden - sich im Laufe der Zeit, der Text am Ende völlig verändert hat. Frau Michler schrieb dazu:
Das ist wie beim alten Spiel "Stille Post". Das betrifft nicht nur die Änderung der Person, sondern auch klitzekleine Änderungen der Wortformen, die dann den Rhythmus zerstören etc.
Gedichte von Elli Michler wurden sogar schon mit falschen Autorenangaben verbreitet. 
Hinweise dazu findet man bei: christian-morgenstern.de oder bei ihrem Gedicht „Vier Kerzen“
Ich habe mich darum für diese Kolumne entschieden. Denn es geht doch auch so!
Damit aber niemand auf das schöne Gedicht verzichten muss, kann man es mit folgendem Link im perfekten Original lesen:
„Ich wünsche dir Zeit“ von
Elli Michler zu finden auf www.ellimichler.de
Aus: Elli Michler, Dir zugedacht, Wunschgedichte, © Don Bosco Verlag, München, 19.Aufl. 2004
Und wie gesagt:
Diese Reime drücken meine Wünsche für meine Zukunft wunderschön und sehr genau aus.
Treffender und poetischer kann man sie einfach nicht beschreiben.
Darum ganz herzlichen Dank an Elli Michler für ihre wunderschönen Gedichte, aber auch an ihre besonders nette Tochter Barbara Michler - nicht zuletzt für ihre Bemühungen um das Werk ihrer Mutter.


;-)